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Kulturwerkstatt 2025

Publikum 360° – Auf dem Weg zu einer diskriminierungsfreien Kultur

© Stadt Karlsruhe, Kulturbüro

Publikum 360° – Auf dem Weg zu einer diskriminierungsfreien Kultur

Am 18. Januar 2025 hatte das Kulturbüro wieder zu einer Kulturwerkstatt im Tollhaus Karlsruhe eingeladen. Das Thema Publikum 360° – Auf dem Weg zu einer diskriminierungsfreien Kultur war eine Vertiefung und Erweiterung, der Kulturwerkstatt vom Juni 2024. Es wurde die Frage in den Fokus gerückt, wie die Kultur in Karlsruhe für alle Menschen zugänglich gestaltet werden kann. Speaker*innen haben erläutert und aufgezeigt, was Diskriminierung ist, und dass jeder Mensch sie entweder selbst erlebt oder bereits miterlebt hat. Gute Praxisbeispiele zeigten, was getan werden kann, um Ausgrenzung, Vorurteile und Barrieren abzubauen. 

Die Kulturwerkstatt 2025 hat uns folgende Erkenntnisse gebracht

  • Diskriminierung hat sehr viele Gesichter und in der Kulturarbeit ist sie präsent. 
  • Das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) ist noch nicht ausreichend ausgereift und sollte überarbeitet werden. 
  • Diskriminierung geschieht in Kultureinrichtungen oft im Verborgenen - aufgrund von Unkenntnis, angelerntem Verhalten oder wenig ausgeprägter Sensibilität. 
  • Herausforderungen sind z.B. bauliche Gegebenheiten oder auch eine mangelnde finanzielle Ausstattung z.B. für geschultes Personal.  
  • Awareness- und Powersharing sind gute Methoden, um Diskriminierung zu begegnen. 
  • Es gibt einen großen Bedarf an Information und Austausch.
  • Die Teilnehmer*innen formulierten konkrete Erkenntnisse zur Erhöhung der Diversität in Kultureinrichtungen und der Schaffung zugänglicher Räume.

 

Das Programm der Kulturwerkstatt 2025

09:00 Uhr: Ankommen und Kaffee

09:30 Uhr: Begrüßung Susanne Ablaß, Leiterin Kulturbüro Karlsruhe

09:45 Uhr: Vortrag Annette Ganter, Leiterin Antidiskriminierungsstelle Karlsruhe - „Diskriminierung – Was genau meinen wir damit?“

10:05 Uhr: Vortrag Judith Blumberg, Freie Beraterin für diskriminierungskritische Kulturarbeit - „Diversität in Kulturinstitutionen – Warum wir immer noch darüber sprechen müssen“

10:30 Uhr: Vortrag Anna Lampert, Bildungsstätte Anne Frank - „Powersharing - Wie das Teilen von Macht, Privilegien und Ressourcen gelingen kann.“

11:00 Uhr: Kaffee und Sprechen 

  

11:15 Uhr: ColaTaxiOkay

11:30 Uhr: p8

11:45 Uhr: Arbeitsgruppe barrierefreie Kultureinrichtungen

12:00 Uhr: Mittagessen, Reden und Denken

13:00 Uhr: Walking World Café – Rundgang mit Diskussion und Moderation entlang sieben Arten von Diskriminierung

14:30 Uhr: Ergebnisse des Walking World Cafés und Verabschiedung

Die Speaker*innen der Kulturwerkstatt 2025

Porträtaufnahme Anette Ganter

Annette Ganter absolvierte den Masterstudiengang Interkulturelle Bildung, Migration und Mehrsprachigkeit an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Seit 2007 ist sie Leiterin der Antidiskriminierungsstelle Karlsruhe. Auf Grundlage des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes informiert, berät und unterstützt die Einrichtung Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind.

Porträtaufnahme Judith Blumberg

Judith Blumberg studierte Theater, Kulturpolitik und Postkoloniale Studien in Hildesheim, Istanbul und London. Ihre berufliche Laufbahn begann mit Stationen im Europäischen Parlament in Brüssel und am Deutsch-Amerikanischen Institut in Heidelberg. Von 2019 bis 2023 war sie als Agentin für Diversität am Staatstheater Karlsruhe tätig, wo sie im Rahmen des 360°-Programms der Kulturstiftung des Bundes eine diversitätsorientierte Organisationsentwicklung über die Bereiche Personal, Programm und Publikum hinweg konzipierte und umsetzte. Seit Mitte 2023 ist Judith Blumberg beim Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg tätig. Dort verantwortet sie Projekte und Kooperationen in den Bereichen Antirassismus, Antidiskriminierung und Demokratieförderung. Darüber hinaus ist sie als freiberufliche Beraterin, Referentin und Moderatorin mit dem Schwerpunkt diskriminierungskritische Kulturarbeit aktiv. 

Porträtaufnahme Anna Lampert

Anna Lampert leitet bei der Bildungsstätte Anne Frank das Projekt (K)ein Kunststück, das antisemitismuskritisches und rassismuskritisches Arbeiten sowie Powersharing in Kulturinstitutionen durch längerfristige Prozessbegleitung fördert. Sie arbeitet seit vielen Jahren in Kunst- und Fortbildungsprojekten, u.a. beim Forum der Kulturen oder am Institut für Auslandsbeziehungen. Powersharing und diversitätsbewusste Organisationsentwicklung sind dabei ihre Schwerpunkte. Sie ist New Work-Prozessbegleiterin und Diversity-Managerin. Ihre Erfahrungen und Know-how verbindet sie, um Menschen zu ermächtigen, ihre eigenen Visionen von Kunst und Kultur gleichberechtigt mit Vielen zu realisieren. Die Motivation der Selbst-Wirksamkeit (nicht der eigenen, sondern der möglichst vieler Menschen) treibt sie voran. Sie ist Teil des reformpolitischen Künstler* innen-Kollektivs Das Schmetterlingshaus.

Ein Raum voller Menschen, die um einen Tisch mit Essen stehen und miteinander sprechen

Das COLA TAXI OKAY e.V. ist ein interkultureller Projektraum im Zentrum von Karlsruhe, der einen Ort für Begegnungen auf Augenhöhe, Austausch, Beteiligung und kulturelles Arbeiten schaffen möchte. Entstanden ist das COLA TAXI OKAY 2016 aus den damaligen gesellschaftspolitischen Umständen, der sogenannten "Flüchtlingskrise". Seither hat sich der Verein in Karlsruhe fest etabliert. Das Ziel ist es, Brücken zu bauen, Empathie zu stärken und Menschen mit Fluchterfahrung sowie mit Migrationsgeschichte zu empowern und langfristig zu integrieren.

Blick auf eine Bühne vor dem Gebäude des p8, auf dem eine Band abends vor Publikum spielt

Das p8 ist ein selbstverwaltetes Zentrum, das unkommerzieller (Sozio-)Kultur, fernab von Konsum- und Geltungszwang, einen Platz bietet. Als freier Zusammenschluss von Menschen, die das p8 hierachiearm organisieren und gestalten, arbeitet das p8-Kollektiv. Ziel ist es, einen möglichst freien, zugänglichen und sicheren Raum zu gestalten, in dem sich alle Menschen wohlfühlen können.
Im p8 finden hauptsächlich Konzerte, aber auch Lesungen, Ausstellungen, Theater, Tanz, Workshops/Vorträge, Film, und Partys statt.

„Demokratie braucht Inklusion“ – so ist die UN-Behindertenrechtskonvention von 2008 überschrieben. Nach dem Verständnis der Konvention beinhaltet Chancengleichheit das Recht auf Teilhabe am bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben. Vor diesem Hintergrund existiert mit dem Netzwerk „Inklusion in Karlsruhe“ seit 2022 ein Zusammenschluss verschiedener Karlsruher Kunst- und Kulturinstitutionen. Ziel ist ein Austausch zwischen den Einrichtungen sowie die Bündelung von barrierefreien und barrierearmen Angebote für Menschen mit Behinderungen. Inzwischen informiert die Seite „Kultur Barrierefrei“ der Dachmarke „Kultur in Karlsruhe“ über das bestehende inklusive Programm der teilnehmenden Institutionen.  

29. Juli 2025, Stadt Karlsruhe

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