Der Runde Tisch Antirassismus und Antidiskriminierung ist Teil eines längerfristigen Prozesses, der auf dem im Oktober 2023 vom Gemeinderat beschlossenen Positionspapier aufbaut. Seitdem wurden zahlreiche Maßnahmen angestoßen, weiterentwickelt und teilweise bereits umgesetzt. Im Oktober 2025 wurde ein erster systematischer Zwischenstand erhoben, um sichtbar zu machen, was erreicht wurde, wo sich Prozesse verstetigen und an welchen Stellen weiterer Handlungsbedarf besteht.
Für das Wirkungsfeld Kunst und Kultur hat das Kulturbüro Aufträge erhalten, an deren schrittweiser Umsetzung gearbeitet wird.
- Bedarfsorientierte Verteilung von Ressourcen & Räumen
Ein zentrales Ergebnis ist die regelmäßige Bedarfserhebung bei Kunst- und Kulturschaffenden*. Themen wie Diversität, Inklusion und Antidiskriminierung werden inzwischen kontinuierlich in unterschiedlichen Runden Tischen (u. a. Kulturelle Bildung, Darstellende Kunst, Bildende Kunst sowie den Kulturwerkstätten des Kulturbüros) aufgegriffen, diskutiert und reflektiert. Dadurch fließen Perspektiven aus der Praxis stärker in Planungs- und Entscheidungsprozesse ein. Parallel dazu wurden kostenfreie und niederschwellige Kulturangebote weiter gestärkt. Viele Einrichtungen ermöglichen bereits einen barrierearmen Zugang zu Kultur, sei es durch freien Eintritt, ermäßigte Angebote oder gezielte Community-Arbeit in den Stadtteilen. Ziel bleibt es, strukturelle Zugangshürden weiter abzubauen und unterschiedliche Lebensrealitäten mitzudenken. - Barrierefreiheit & Zugänglichkeit
Im Bereich Barrierefreiheit wurde eine Arbeitsgruppe zur Entwicklung von Checklisten und Werkzeugen ins Leben gerufen. Ein sichtbares Ergebnis ist der digitale Stadtplan für barrierefreie Kultureinrichtungen, der Kulturinteressierten Orientierung bietet und Einrichtungen zugleich zur Weiterentwicklung anregt.
Die mehrsprachige und leicht verständliche Informationsvermittlung bleibt ein wichtiges Ziel. Eine Übertragung entsprechender Funktionen auf den städtischen Veranstaltungskalender konnte bislang aus technischen Gründen noch nicht umgesetzt werden. Hier besteht weiterhin Entwicklungsbedarf, perspektivisch auch unter Nutzung neuer technischer Lösungen. - Sensibilisierung & kritische Auseinandersetzung
Mitarbeiter*innen des Kulturamtes nehmen regelmäßig an Fortbildungen, Kulturwerkstätten und Weiterbildungsangeboten teil. Diese Angebote stärken die kritische Auseinandersetzung mit kulturellen Quellen, institutionellen Strukturen und diskriminierenden Mechanismen – sowohl nach innen als auch im Kontakt mit Publikum und Kooperationspartner*innen. - Antidiskriminierung als strukturelles Thema
Antidiskriminierung wird zunehmend als Querschnittsaufgabe verstanden. Große Kultureinrichtungen verfügen über eigene Leitbilder, Codes of Conduct und Anlaufstellen bei Diskriminierungs- oder Rassismuserfahrungen. Die Antidiskriminierungsstelle der Stadt, das Gleichstellungsbüro, die Schwerbehindertenbeauftragte, aber auch die deutschlandweit wirkende THEMIS-Vertrauensstelle gelten als Anlaufstellen für alle von Diskriminierung betroffenen Personen. Gerade kleinere Einrichtungen in Karlsruhe sind sehr sensibel und gehen als Best Practises mit gutem Beispiel voran. - Faire Honorare & Anerkennung künstlerischer Arbeit
Die Stadt bekennt sich klar zur Anerkennung künstlerischer Leistungen und wirkt aktiv einem Gender Pay Gap entgegen. Bei der Vergabe von Honoraren wird auf Gleichbehandlung geachtet – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion, sexueller Orientierung oder Behinderung. Die Frage fairer Bezahlung bleibt ein dauerhaft zentrales Thema der kulturpolitischen Arbeit.
Ein Eindruck unserer Arbeit am runden Tisch